Der Anfang


Am 14. März 1994 wurde die "Seckenheimer Kindergarteninitiative" aus Elternbeiräten und Erzieherinnen der Seckenheimer Kindergärten, dem Jugendausschuß des katholischen Pfarrgemeinderates und der KAB-Junge Familie gegründet. In den ersten Monaten der Initiative ging es vorrangig um eine politische Lösung der immer deutlicher werdenden Unterversorgung mit Kindergartenplätzen. Aufgrund dieser Aktivitäten rutschte Seckenheim auf der Prioritätenliste der Stadtverwaltung ganz nach oben. Der Gemeinderat beschloss, dass wenigstens eines der beiden ursprünglich vorgesehenen Kinderhäuser für die Neubaugebiete, das Kinderhaus in Seckenheim Südwest, Kaiserstuhlring 72, mit drei Kindergarten-, einer Hort- und einer Krippengruppe gebaut werden sollte. Für die dreijährigen Kinder, die keine Chance hatten 1995 einen Kindergartenplatz in einem der Seckenheimer Kindergärten zu bekommen, musste nun eine Übergangslösung geschaffen werden.

Der Verein


Im Spätsommer 1994 schlossen sich deshalb betroffene Eltern zusammen und begannen mit den Vorarbeiten zur Gründung eines privaten Kindergartens. Ende 1994 gründete sich, nachdem Stadt und Land grünes Licht gegeben hatten, aus der Seckenheimer Kindergarten-Initiative heraus eine Elterninitiative als Träger des künftigen Kinderladens. Zur Gründungsversammlung des Trägervereins für den Kinderladen kamen am 2.März 24 Eltern und interessierte MitbürgerInnen. Aus der "Elterninitiative" wurde der "Kinderladen Seebärchen e.V.". Mit der Namensgebung schafften wir zugleich einen Bezug zum Schifferkinderheim, dem Gastgeber während der Übergangszeit. Die Gründungsversammlung des überparteilichen und konfessionell nicht gebundenen Vereins beschloß die Einrichtung von zwanzig Kinderladenplätzen und die Einstellung von drei Erzieherinnen.

Der neue Kinderladen


Seit Anfang Mai 1995 ist der Verein anerkannter Träger der Freien Jugendhilfe, im Vereinsregister eingetragen und hat die Anerkennung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt erhalten. Der Stapellauf des neuen Seckenheimer Kindergartens am 1.September 1995 wurde mit einem großen Einweihungsfest gefeiert. Das Schifferkinderheim sollte bis zum Umzug in das neue Kinderhaus unser Domizil werden und zu diesem Zeitpunkt konnte noch niemand ahnen, daß aus der Übergangslösung schließlich doch eine Dauerlösung werden sollte. Ursprünglich aus der Not heraus geboren, entwickelte "Seebärchen" allmählich ein eigenständiges Profil als "Kinderladen" und wurde in und um Seckenheim von Monat zu Monat bekannter.

Die Seebärchen eine feste Größe in Seckenheim


Durch das kontinuierliche Engagement der Eltern und Erzieherinnen wurde "Seebärchen" in Seckenheim zu einem Begriff. Ob Straßenfest, Kerwe oder Sommertagszug, wir waren mit phantasievollen Aktionen dabei. Die Seckenheimer Gewerbetreibenden unterstützten unser gemeinnütziges Engagement mit den so notwendigen Spendengeldern. Gleichzeitig identifizierten sich die Eltern immer mehr mit "ihrem" Kinderladen und genossen die Möglichkeiten der Mitgestaltung und Mitentscheidung. Schließlich sind die Vereinsmitglieder gleichzeitig Eltern und Arbeitgeber. Es gibt keine übergeordnete Instanz. Ohne Eltern läuft bei uns gar nichts. Ob kleine Alltagsprobleme oder grundlegende Entscheidungen, Eltern tragen die Verantwortung, kein übergeordneter Träger. Jeder macht dort mit, wo seine Stärken sind: Als Elternvertreter, als Vorstandsmitglied oder in einer Arbeitsgruppe, z.B. bei der Vorbereitung eines Festes oder beim Herstellen von Holzspielzeug. Eltern erleben die Kindergartenzeit bewußt mit.

Gut gerüstet in die Zukunft


So ist es kein Wunder, daß wir uns ein Jahr vor dem geplanten Umzug ins Kinderhaus und der damit verbundenen Auflösung unseres Vereins  zusammen mit den Erzieherinnen ganz bewußt zu "Seebärchen" bekannten und dem Stadtjugendamt ein überraschendes Angebot unterbreiteten: Der "Kinderladen Seebärchen e.V." sollte als eigenständiger Träger parallel zum städtischen Kinderhausbetrieb in den Kaiserstuhlring 72 einziehen. Aus einer Vision wurde ein in Mannheim und Umgebung bisher einzigartiges Projekt: Nach mehreren Monaten Vertragsverhandlungen bezogen wir im März 1997 die speziell für uns umgebauten und eingerichteten neuen Räume im Kaiserstuhlring 72 und sind seitdem Nachbarn des Städtischen Kinderhauses.