Nicht für die Schule lernen wir, für das Leben?






Das Lernen beginnt mit dem Tag der Geburt. Mit dem Eintritt eines Kindes in den Kinderladen nehmen wir Erzieherinnen darauf einen direkten Einfluss.

Immer den Orientierungsplan des Landes Baden-Württemberg im Blick, begleiten und unterstützen wir die Kinder, beachten und beobachten ihre Fähigkeiten, fördern ihre Fertigkeiten und setzen Bildungsprozesse in Gang.

Im letzten Kinderladenjahr formieren sich die kommenden Schulkinder unter den Seebärchen zu den "Schulanfängern", sie erfahren eine besondere Förderung. Das Bewusstsein bald ein Schulkind zu sein verstärkt sich.

Im September und Oktober bildet sich die Gruppe der Schulanfänger. Innerlich verlaufen gruppendynamische Prozesse, nach außen sichtbar findet eine Themenfindung unter den Kindern statt. Die Entscheidung verläuft demokratisch und zieht sich oft über mehrere Wochen hin. Am Ende dieses Prozesses haben sich zwei oder drei Themen herauskristallisiert, die die Kinder interessieren und über die sie ganz viel erfahren möchten.

Im Kinderladenjahr 2009/2010 sind dies:

Projekt Puppenecke

Flugzeuge

Tiere

Diese "großen" Themen der Kinder werden in Blocks über einen längeren Zeitraum in vielfältiger Form erarbeitet. Dazu gehören der Einsatz von Literatur, Anschauungsobjekten, eigenen Erfahrungen, Exkursionen, die Vertiefung meist in handwerklicher Form im Kinderladen und vieles mehr.

Darüber hinaus gibt es viele kleine Einheiten, die die Kinder interessieren und näheres darüber erfahren möchten. So sind z. B. die Uhr, Rechts-Links, die Polizei oder die Feuerwehr, der eigene Körper, die Schule uvm. immer wieder Themen, die von uns aufgegriffen und nach den Wünschen der Kinder mit ihnen bearbeitet werden.

Diese Inhalte erarbeiten wir einmal in der Woche, in der Regel dienstags beim Schulanfängertreffen, bei Bedarf auch an mehreren fortlaufenden Tagen.

Über die Themenfindung und viele andere wichtige Veränderungen im letzten Kinderladenjahr informieren wir die Eltern der zukünftigen Schulkinder an einem Elternabend im Oktober oder November.

Die Erzieherinnen haben aber nicht nur die Gruppe der Großen, sondern auch jeden einzelnen Schulanfänger im Blick. Neben der emotionalen achten wir besonders auf die soziale Kompetenz jedes Kindes und stärken diese. Die Sprache als Grundvoraussetzung für Denken und Kommunikation hat ebenfalls einen besonderen Stellenwert im täglichen Miteinander. Im motorischen Bereich schauen wir besonders auf die Feinmotorik, weil eine gute Stifthaltung und feinmotorische Fähigkeiten im Allgemeinen wesentlich für den Schulalltag sind. Die Förderung der Grobmotorik und der Wahrnehmungskompetenzen geschieht in vielen Spielen und Situationen während des Freispiels und der Angebote.

Gegen Ende der Kinderladenzeit findet eine Übernachtungsfreizeit mit den Schulanfängern und zwei begleitenden Erzieherinnen statt. Für die Kinder ist dies der Höhepunkt, oft mit viel Neugier und auch einem etwas flauen Gefühl vor der Übernachtung in einer Jugendfreizeitstätte verbunden. Die Erfahrungen, die die Kinder dabei sammeln sind von unschätzbarem Wert und bleiben ihnen lange positiv im Gedächtnis.

Das Herstellen der eigenen, individuellen Schultüte gemeinsam mit den anderen Schulanfängern, nach den eigenen Vorstellungen, findet an einem Nachmittag im Sommer kurz vor der Verabschiedung der "Großen" statt.

Zur Grundschule in Mannheim- Seckenheim haben wir im Rahmen der Kooperation einen intensiven Kontakt. Unsere Kooperationslehrerin besucht die Kinder mehrmals im Kinderladen.